Mittwoch, 31. Juli 2013

Die letzten Tage

Irland im Oktober 2011
Es war eine trübe Aussicht vom Knockarea an diesem Tag im Oktober 2011. Aber trotzdem eine Schöne. Der Aufstieg hatte sich gelohnt. Nur leider kamen wir sehr nass wieder unten an.
In den momentanen Tagen versuche ich dieses Gefühl in mir wieder zu finden was ich empfand, als ich dort oben angekommen war. Dieser Stolz in mir, dass ich es überhaupt geschafft hatte. Dieses Glückgefühl vor dem Grab der Königin Maeve zu stehen. Diese Freude über diesen Ausblick. Ich war einfach nur froh, dort zu sein wo ich gerne zuhause wäre, ok nicht unbedingt oben auf dem Berg aber eben in Irland. Am liebsten hätte ich meinen Mann angerufen und ihm gesagt pack das Nötigste und den Hund ein und komm her, wir lassen alles stehen und liegen wie es ist. Aber naja das ist eben nur ein Traum. Aber ich werde ihn niemals aufgeben, bis er sich erfüllt hat! In Irland möchte ich leben und sterben.
Zur Zeit fällt es mir aber schwer an dieses schöne Gefühl heran zu kommen. Ich erinnere mich eher daran wie genervt ich von dem Abstieg war. Es war total rutschig und nass. Es hat total geregnet. Ich hab mir den Zeh angestossen, der tat voll weh. Und ich wollte einfach nur noch heile unten ankommen. Was zum Glück auch geklapt hat. Und dann denke ich an diese Trauer in mir, die ich jedesmal spüre wenn ich wieder nach Zuhause muss.
Bei dem letzte Urlaub hatte ich das Gefühl Irland will mich auf die Probe stellen. Die Insel präsentierte mir genau das Wetter was ich überhaupt nicht ausstehen kann. Strahlenden Sonnenschein von früh bis spät. In Deutschland hatte ich noch gesagt, dass ich nun nach Irland fahre den Regen genießen und mich mit Kraft voll tanken. Denn es gibt doch nichts kraftvolleres als einen ordentlichen Regenschauer und dann noch mit irischer Erde unter einem. Aber, es hat nicht einmal geregnet. Sonne von früh bis spät, bei 30 Grad in der Sonne. Dieses Wetter laugte mich nur aus und ich mochte mich eigentlich gar nicht bewegen. Ich hatte sogar einen Sonnenbrand. Das hatte ich nicht mal bei 7 Tage Mallorca letztes Jahr geschafft. Dieses Wetter war wirklich eine zerreiß Probe für meine Nerven und für meine Liebe zu diesem Land.
Was ich erstaunlich fand, war das ich keine Allergie bekommen habe. Normalweise bekomme ich immer kleine Pickelchen von der Sonne aber dort nicht. Hier in Deutschland hatte ich sie sofort als ich wieder da war.
Der Sonnenschein laugte mich ganz schön aus und als ich wieder in Deutschland war, war ich keineswegs so erholt wie das letztes mal aber das Gefühl wieder gehen zu müssen war das gleiche wie die letzten mal, es brach mir fast das Herz. Auch während ich diese Worte schreibe, treibt es mir wortwörtlich die Tränen in die Augen weil ich jetzt schon wieder solche Sehnsucht empfinde.
Aber wie sollten wir da überleben? Momentan würde es einfach schief gehen. Vielleicht wird es immer schief gehen? Leider habe ich keine Glaskugel, denn es wäre doch soviel einfacher zu ertragen wenn man wüsste irgendwann ist man am Ziel...
Gestern Abend habe ich endlich die Bilder vom Urlaub gesichtet und bearbeitet, dass heißt in den nächsten Tag gibt es endlich einen kleinen Bericht und vor allem viele Bilder die für sich alleine sprechen werden.

Aber eigentlich wollte ich noch von was ganz anderen erzählen. Meine letzten Tage im alten Büro brechen an. Mit heute muss ich noch 7 Tage dort arbeiten. Ich hatte gehofft das werden angenehme letzte Tage. Aber gestern teilte mir einer meiner Noch-Chefs mit wie das ablaufen soll. Und ich bin total angenervt davon. Morgen fange in meinem Noch-Büro einige Neue an. Einer davon, nennen wir ihn mal Herrn G, soll alle meine Arbeiten übernehmen. Ist ja eigentlich schon mal ganz praktisch so muss ich mich nicht um mehrere Leute gleichzeitig kümmern. Aber Herr G soll dann auch gleich auf meinen Platz sitzen. Das bedeutet ich habe ab Morgen keinen Schreibtisch mehr. Ich soll mich auf einem Stuhl neben ihn setzen und ihm von früh bis spät über die Schulter gucken was er tut und wie er es tut. Und ihm eben meine Arbeit erklären. Das kann man ja gut mal ein oder zwei Stunden tun aber doch nicht acht Stunden lang. Ich sagte dann auch zu meinem Noch-Chef ob ich ihm denn nur zuschauen soll den ganzen Tag und eben daneben sitzen soll. Er sagte ja und meinte, ich kann ja dabei Kaffee trinken.
Da wurde mir nochmal bewusst, dass es wirklich das Beste war dort zu kündige. Wenn man so verabschiedet wird von seinen Noch-Chefs kann man sich ja denken was die von einem halten. Ich kann mit meiner Zeit echt was besseres anfangen als einem Herrn G stundenlang über die Schulter zu gucken. Ich bin sowas von genervt. Das werden wahrscheinlich die langweiligsten Tage meines Lebens. Mir ist ja jetzt schon langweilig weil ich meine Arbeit liegen lassen muss, damit ich sie Herrn G zeigen kann. Ich habe die Licenz zum Nichts-Tun. Das ist sowas von nervig und langweilig.
Naja nur noch 7 Tage und dann ist es überstanden. Ich kann nur hoffen das der Herr G nicht so ein aroganter Schnusel oder sowas ist, hoffentlich ist der halbwegs sympatisch.
Drückt mir bitte die Daumen.

Nun wünsche ich Euch einen angenehmen Mittwoch und mir eine nicht so langweiligen.

P.S.
Morgen sende ich übrigens wieder auf http://www.zombiestation.de schaut doch mal vorbei. Von 19Uhr bis 21Uhr. Ich würde mich freuen.

Kommentare:

  1. haha, wie viel kaffee sollst du denn bitte trinken? aber vielleicht musst du herrn g auch einfach alle serklären, das du garnicht zum reden kommst...hoffentlich machen die sieben tage mit herrn g trotzde irgendwie spaß.und trink lieber auch mal eins schluck wasser zwischendurch :P

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    1. Ein großes Problem hier ist ja, der Kaffee ist grauentvoll. Und der nächste Starbucks viel zu weit weg.

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  2. Liebe Emily, keine Angst. So ein Wetter gibt's hier höchstens alle 3 Jahre mal für höchstens ne Woche. ;)

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    1. Und dieses Jahr natürlich in der Woche in der ich da war. Was für ein Timing.

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  3. "Deine beste Zeit war nicht und deine beste Zeit kommt nicht. JETZT ist deine beste Zeit. Immer."

    Hab ich grad gelesen und musste dabei an dich denken. Ich denke es ist wichtig das beste und schönste aus dem Augenblick den du jetzt erlebst zu machen und aus den Umständen unter denen du jetzt lebst. Du willst doch nicht mit 80 auf dein Leben zurückblicken und feststellen das du Jahre oder Jahrzehnte in unerfüllter Sehnsucht nach einem Ort gelebt hast der dich glücklich macht. Glück kommt nicht von außen, Glück kommt nur von Innen. Ich finde Irland hat dir das bei deinem letzten Urlaub doch wunderbar gezeigt! Wenn du Glück nicht in dir findest, dann findest du es auch an keinem Ort der Welt von dem du es dir erhoffst.

    LG
    Karmi

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    1. Ich stimme Dir voll zu.
      Nur an der Umsetzung scheitert es.

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  4. Wenn Dein Herz wirklich an Irland hängt, dann würde ich mir ein Mehrjahresplan machen, wie Du am besten dorthin auswanderst. Ich kenne es nur zu gut, dass man sich an gewissen Orten wirklich "zu Hause" fühlt und an anderen eben nicht.

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