Samstag, 17. Februar 2018

FANFICTION zu Affections Band 1: Barfuß durch die Nacht von Katie Kling

Katie Kling feiert bei Facebook eine Release Party zu Band 2 ihrer Affections Reihe. Im Rahmen dieser Party und eines dazugehörigen Gewinnspiel, hat die Autorin dazu aufgerufen eine Fanfiction zu ihrem ersten Band zu schreiben. Ich hatte spontan eine Idee und habe mich dazu entschieden mit zu machen.


In meiner Fanfiction geht es um Lizzy. Eine Tänzerin die ihren Traum leben möchte und dabei von Tattoo ebenfalls einer Tänzerin dabei auf ihre eigene Art unterstützt wird. Tattoo ist ein Nebencharakter aus Barfuß durch die Nacht von Katie Kling. Die ganze Story ist etwas länger geworden als zu erst gedacht. Ich wünsche viel Spaß beim leben und würde mich über Eure Meinung sehr freuen.

Die Geschichte ist unkorrogiert und unlektoriert. So wie sie hier steht, stammt sie unverbessert aus meiner Feder. Ich garantiere Rechtschreibfehler und Grammatikfehler. ;-)

Tattoo, wie sie tanzt



Heute soll mein erstes Mal sein. Ich habe es vorher noch nie getan. Ich bin nervös. Ich habe schon hunderte Mal auf der Bühne gestanden. Jedoch nie allein. Niemals in der Hauptrolle. Eine Prima Ballerina zu sein, ist der Traum aus meiner Kindheit. Jetzt bin ich erwachsen und mit züchtigem Ballett hat das, was ich nun vorhabe, wirklich wenig zu tun. Der Auftritt heute, ist etwas ganz anderes. Aber ich sage mir immer wieder, dass es normal ist, nervös und aufgeregt zu sein. Dieses Kribbeln. Es gehört dazu und ich spüre es wirklich überall. In meiner Brust. Es fühlt sich an, als würden tausend Schmetterlingen in meinem Bauch fliegen. Es pulsiert in meinen Beinen. Zwischen meinen Beinen. Ja, es erregt mich. Ich spüre wie ich rot werde bei diesem Gedanken. Ich habe es soeben zugegeben. Ich habe es zwar nicht laut ausgesprochen aber vor mir selbst kann ich es nun nicht mehr zurücknehmen. Der Gedanke, an das was ich heute tun werde, macht mich heiß. Und das ist der Punkt. Das macht den Auftritt heute so anders. Ich betrachte meinen nackten Körper im Spiegel. Ich habe soeben geduscht. Mich von Kopf bis Fuß eingecremt. Meine Haut ist seidig weich und hat eine natürliche Bräune. Ich liebe meinen Körper. Und noch mehr liebe ich es, was ich mit ihm tun kann. Wozu er fähig ist. Was er mir möglich macht zu empfinden. Meine Hände gleiten über meinen Busen, entlang an meiner Taille und weiter bis zwischen meine Beine. Ich habe mich schon immer gerne selbst berührt. Das ziehen in meiner Mitte wird intensiver. Ein leises Stöhnen entfährt meinem Mund. Meinen Blick wende ich nicht vom Spiegel ab. Mit meinen Augen fixiere ich meinen Körper. Ich beobachte wie mein Atmen immer schneller geht. Wie sich meine Brust immer schneller senkt und wieder hebt. Es kostet mich etwas Überwindung meine Augen noch nicht zu schließen, aber genau das, gibt mir den zusätzlichen Kick. Meine Beine werden weich und ich muss mich mit meiner linken an der Wand neben dem Spiel abstützen um nicht unter dieser Welle aus Erregung und Wollust auf dem Boden zusammen zu brechen.

»Schatz, möchtest Du noch was essen?« Höre ich meine Mutter rufen. Erschrocken ziehe ich mein Hand zurück. Ich muss lächeln und schüttele verlegen meinen Kopf. Essen. Oh Gott. Mir wird schlecht. Bei der bloßen Idee meinem Magen Inhalt zu zuführen, möchte ich mich lieber übergeben.

Das Ziehen zwischen meine Beine ist kaum zu ertragen.

»Nein Mom. Ich bekomme im Club etwas.« Lüge ich und bin erleichtert das meine Stimme normal klingt. Denn ich spüre wie außer Atem bin.

Meiner lieben Mama habe ich erzählt, dass ich einen Job in einem Club bekommen habe. Sie denkt, dass ich als Kellnerin dort arbeite. Das entspricht jedoch nur der halben Wahrheit, ab heute Abend.

»Lizzy, es ist schon fast neun. Du willst doch nicht zu spät kommen.« Ihre Fürsorge lässt in mir ein schlechtes Gewissen emporsteigen. Wenn ich es genau nehme, belüge ich sie nicht. Ich sage ihr nur nicht alles. Ich schüttele mit dem Kopf. Wenn sie es herausbekommt, würde sie es nicht so sehen.

Schon seit Woche gehe ich jeden Tag in den Club. Und arbeite bisher tatsächlich als Kellnerin an der Bar und probe nach meiner Schicht für den heutigen Abend. Mein Aufgabengebiet wird sich nun etwas erweitern und meine Einnahmen hoffentlich auch. Ich verdiene nicht schlecht an der Bar aber für eine eigene Wohnung langt es nicht und schon gar nicht für meinen großen Traum. Von diesem Traum habe ich bisher nur einer Person etwas erzählt. 

»Lizzy.« Ruft sie erneut.

»Ja Mam ich hab die Uhr im Blick.« Antworte ich nun doch leicht genervt. Meine Stimmung ist nun doch hinüber. Meine Körpermitte gibt nun doch Ruhe.

Ich liebe meine Mutter. Sie tut alles für mich und hat es auch schon immer getan. Mein Vater hat uns früh verlassen und seitdem hat sie alles getan um mir meine kleinen Mädchen Träume zu erfüllen und war eine gute Mama und ein guter Papa zu gleich. Aber so langsam wünsche ich mir mehr Freiraum. Etwas Abstand. Und vor allem Privatsphäre. Ich seufzte. Ich hatte wirklich nicht zu beklagen. Ich bin aber kein kleines Mädchen mehr. Ich bin eine Frau und es wird Zeit auf eigenen Beinen zu stehen und dieser Abend wird mir endgültig dabei helfen. 

Ich stehe noch immer vor meinen Spiegel. Jeder Pinselstrich meines Make-Ups ist perfekt geglückt. Der dunkle Lippenstift sieht sinnlich und verführerisch aus. Meine langen roten Haare fallen in Locken über meine Schultern.

Ich streife mir meine Lieblings Skinny Jeans über, sie sitzt, wie eine zweite Haut an meinen Beinen. Dazu eine weiße Bluse unter der ich einen Push-Up BH trage. Nicht dass ich diesen nötig hätte. Der liebe Herr Gott hat mich mit einem üppigen D-Körbchen ausgestattet und an der Wespentaille hat er ebenfalls nicht gespart. Die perfekten Attribute bringe ich auf jeden Fall mit, für meinen neuen Job. Die tägliche zwei bis drei Stunden Sport tun den Rest. Wenn ich nur nicht so nervös wäre. 

Mein Smartphone vibriert und reist mich aus meinen Gedanken.

Ich stehe vor der Tür, Schnegge. Komm raus.

Lese ich vom Display ab. Es geht los. Es gibt kein zurück mehr. Einen letzten prüfenden Blick werfe ich in meine Sporttasche, in der sich meine Arbeitskleidung befindet, wenn man den Hauch von Nichts so nennen kann. Alles vollständig.  

Es geht los. Sage ich zu mir selbst.

Ich laufe in die Küche. Meine Mutter steht am Herd. Sie kocht Spaghetti Bolognese. Mein Lieblingsessen. Es riecht himmlisch. Der große Vorteil von Hotel-Mama.

»Davon musst Du mir unbedingt etwas aufheben Mam.« Sage ich und küsse meine Mutter zum Abschied auf die Wange.

»Ich muss jetzt los. Warte nicht auf mich. Es wird spät.« 

Ich schnappe mir meine Lederjacke und bin schon fast zur Tür raus. Ich weiß, dass meine Mam sich sorgen machen wird. Sie wird sich auf die Couch vor den Fernseher setzen und dort einschlafen während sie auf mich wartet. Sie denkt, dass ich einfach nur meine erste Nachtschicht habe und sonst das gleiche arbeite wie die letzten Wochen auch, nur mit etwas mehr Lohn.

»Viel Spaß mein Engel und pass auf Dich auf. Hast Du genug Geld für ein Taxi? Ich möchte nicht, dass Du mit dem Bus nach Hause fährst. Da ist viel zu gefährlich.«

Ich lächle meine Mutter an. Sie macht sich immer Sorgen um mich. 

»Eine Kollegin wird mich nach Hause fahren. Keine Sorge.«

Sie nickt. Die Erleichterung sehe ich ihr sofort an. Sie liebt mich und ich belüge sie.

Ich winke ihr zu und schlüpfe dann barfuß in meine Sneakers und ziehe die Haustür hinter mir ins Schloss. Wenn sie wüsste, was ich vor habe zu tun, würde sie wahrscheinlich gar nicht mehr mit mir reden. Ich muss versuchen diese Gedanken los zu werden, sie machen mich nur noch nervöser.

Vor unserem Haus steht ein kleiner grüner Flitzer. Ich öffne die Beifahrertür und steige ein. Ich umarme die Fahrerin. Kaum ist die Tür wieder geschlossen, rast sie auch schon los. Schnell schnalle ich mich an. 

»Du bist nervös.« Meine Freundin redet nie lange um den heißen Brei herum. Ich sage nichts. Mein Mund ist ganz trocken.

»Das brauchst Du nicht zu sein. Du bist ein Naturtalent. Und wunderschön. Die Männer und die Frauen werden Dir zu Füssen liegen.«

Ich denke, mit Naturtalent hat das wenig zu tun. Seitdem ich denken kann, tanze ich. Ballett, Jazz, Modern und sogar Standardtänze. Ich habe schon mein ganzes Leben lang Tanzunterricht genommen.

»Du bist Bombe.« 

Sie ist wirklich unermüdlich darin mir Mut zu machen. Bei meinem Vortanzen vor einigen Wochen war es auch schon so. Und sie hatte recht, ich bekam sofort eine Zusage.

»Danke, Tattoo. Und danke, dass Du mir den Job besorgt hast.« 

Ich versuche zu Lächeln, aber um so näher wir dem Club kommen umso nervöser werde ich. 

»Du bist eine Bereicherung für den Club. Der Chef wäre schön blöd gewesen. Der Männer werden uns nach heute Abend noch mehr die Bude einrennen als sowieso schon.«

Tattoo ist die einzige Person die meinen sehnlichsten Wunsch kennt. Nur ihr habe ich erzählt, dass ich einen Studienplatz an der berühmten Tanzschule der Stadt ergattert habe. Nur sie weiß aber auch wie hoch die Gebühren sind und das ich mir diese von dem Bar Job niemals leisten kann.

Tattoo kennt die Schule. Sie hat selbst dort einige Kurse besucht und mehr als eine von ihren Kolleginnen ebenso. Ich bin meinem Traum Tanzlehrerin zu werden so nahe wie nie zu vor, mir fehlt nur das Geld.

So dachte Tattoo sofort an mich als eine Kollegin von ihr aufhören musste, weil sie schwanger ist und der Club deswegen dringend Ersatz brauchte. Tattoo und ich kennen uns schon viele Jahre. Und sie weiß wie dringend ich mehr Geld verdienen möchte und schlug mich deshalb dem Manager vor. Ein Foto von mir reichte als vollständige Bewerbungsunterlagen. Er sprach mich an der Bar an und fragte ob ich spontan Lust hätte zu tanzen. Tattoos aufmunternde Worte machte mir damals schon und Mut. 

»Du hast den Job verdient Schnegge.«

Tattoo schaltet das Radio an. Sie weiß, dass ich mich am besten entspannen kann wenn Musik läuft. Also dreht sie richtig schon laut auf. Den Rest der Fahrt sprechen wir kein Wort mehr mit einander. Eine Viertelstunde später halten wir hinter dem Club. 

»So Lizzy. Bereit?«

Ich nicke.

»Du bist nach mir dran. Ich heize die Menge etwas vor und Du gibst ihnen den Rest. Mach es einfach genauso wie beim Vortanzen und alle werden Dich lieben und die Scheinen werden Dir nur so zu fliegen. Vorher bist Du ja an der Bar eingeteilt. Du kannst mir also noch zu sehen. Du wirst es merken, der Abend ist schneller vorbei als Du Amen sagen kannst.«

Die Neuen tanzen an ihrem ersten Abend immer am Schluss. Heute muss ich mich beweisen. Wenn alles glatt läuft, werde ich für eine Schicht an der Bar bald keine Zeit mehr haben und das ist auch der Plan.

Gemeinsam betreten wir den Club durch die Hintertür und gehen zu den Umkleidekabinen. Ich hänge meine Lederjacke in einen Spint und werde meine Tasche hinein. Ich drehe Tattoo meine Seite zu und tausche meine weißen Sneakers gegen ein paar schwarze Stilettos. Ganz auf mich selbst konzentriert öffne die ersten Knöpfe meiner Bluse. Tattoo pfeift.

»Ich sage doch Du bist heiß.« 

Sie verpasst mir bei den Worten einen Klaps auf meinen Po.

Damit hat Tattoo wieder meine volle Aufmerksamkeit. Sie ist inzwischen nackt. Sie kann sich wirklich in Blitzgeschwindigkeit die Kleidung vom Leib schälen. Sie sieht so toll aus. Am liebsten würde ich sie hier und jetzt auf den Boden werfen und von Kopf bis Fuß mit meinen Küssen bedecken. Aber sie weiß nicht, dass ich so für sie empfinden und ich werde einen Teufel tun und ihr das sagen. Ich spüre die Hitze zwischen meinen Beinen schon wieder kräftig pulsieren und kann nicht auf hören sie anzustarren.

Drei. Zwei. Eins.

Zähle ich langsam innerlich abwärts und schaffe es endlich meinen Blick von ihr zu lösen. 

»Ich geh dann mal duschen. Wir sehen uns dann nachher.«

»Und ich geh mal zur Bar.«

Tattoo wirft sich ein Handtuch über die Schulter und verlässt die Umkleide in Richtung Dusche. Auch von hinten ist sie eine Granate. Ihr Po hat die perfekte Apfelform. Rund, knackig, voll und fest. Total angesagt gerade. Ich kenne einige Frauen die sich für genau so einen Hintern unter das Messer legen. Tattoo hat ihn vom lieben Gott geschenkt bekommen und ich möchte ihn so gerne berühren. Oh Mann oh Mann. Ich könnte auch eine Dusche gebrauchen, eine kalte am besten.

Ich verlasse die Umkleidekabine. Das Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich schaue auf meine Uhr. Fast zehn Uhr. Gleich öffnet der Club. Um elf Uhr beginnt die Show. Gegen ein Uhr ist Tattoo an der Reihe und eine halbe Stunde nach ihr, ich. Der krönende Abschluss des Abends. Oder das allerletzte Desaster. Ich schlucke. Los geht’s.

***
»Ein Bier und zwei Sekt bitte.« Ruft mir ein Mann zu.

»Kommt sofort.« Antworte ich.

Ich zapfe das Bier und gieße den Sekt in zwei hohe Gläser, lehne mich über die Bar und reichen sie dem Mann. Sein Blick trifft mein Dekolleté. 

Er drückt mir einen Schein in die Hand, ohne seinen Blick abzuwenden. Es ist viel zu viel.

»Der Rest für Dich.« Sagt er, sieht mir dann doch endlich in meine Augen und zwinkert mir zu.

Über das Trinkgeld kann ich mich echt nicht beschweren. Die Bluse in einer Nummer kleiner zu nehmen, hat sich wirklich gelohnt. 

Ich schaue auf die Uhr. Fast Eins. Die Zeit rast heute wirklich.

»Hey Lizzy. Du kannst gern Schluss machen. Tattoo ist gleich dran und dann hast Du doch Deinen großen Auftritt direkt danach. Ich schaff das hier jetzt auch alleine.« 

Ruft mir Bob zu. Bob ist der Bar Chef und eine herzensgute Seele. 

»Danke Bob.« Meine Stimme zittert leicht.

»Kein Grund nervös zu sein Süße.« Bob kommt auf mich zu und nimmt mich in den Arm.

Ich schlinge meine Arme um seine Mitte. Meinen Kopf bette ich auf seiner Brust und schließe für einen Moment meine Augen. 

Bob überragt mich um mehr als einen Kopf. Er ist sehr muskulös. Ich atme seinen herben männlichen Geruch ein. Seltsamerweise beruhigt mich seine Nähe sofort. Er streichelt mir sanft über den Rücken.

»Du wirst die Männer umhauen Kleines.« Spricht er weiter.

Die Männer sind mir egal, denke ich. Ich will nur einer Person den Atem rauben. Auch wenn dafür wenig Hoffnung besteht.

Bob geht einen Schritt zurück und umfasst mit seinen großen starken Händen meinen Schultern und schaut mir direkt mit seinen goldbrauen Augen in die meinen.

»Viel Spaß Hübsche. Sie wird nicht die Augen von Dir lassen können.« Sagt er, zwinkert mir zu und drückt mir einen feuchten Schmatzer auf die Stirn.

»Hey pass auf mein Make-Up.« Sag ich lachend.

»Ach das hast Du doch eigentlich gar nicht nötig.« Bob winkt mir bei den Worten noch zu und kümmert sich dann um den nächsten Gast.

Ich beobachte ihn noch einen kurzen Moment. Außenstehende denke manchmal das Bob seine Stellung als Bar Chef ausnutzt um sich an uns Kellnerinnen ran zu machen. Aber keine von uns hat eine Chance bei ihm. Er ist nur so ein guter Boss für uns Mädels weil wir ihn sonst gar nicht interessieren. Bob ist schon seit Jahren mit dem Haupttänzer des Clubs zusammen und die beiden sind wirklich ein süßes Paar. Und nur er weiß von meiner heimlichen Leidenschaft für Tattoo. Ich musste gar nichts sagen, er hat es mir sofort angesehen. Bob ist ein echter Frauenversteher, muss ich schmunzelnd denken.  
  
Ich nehme die Schürze ab. Und suche mit meinen Augen nach einem freien Platz von dem aus ich die Bühne gut sehen kann. Der Club ist nicht besonders groß und heute wirklich gut besucht. Die meisten, zum größten Teil männlichen Gäste, haben sich jedoch inzwischen direkt um die Hauptbühne herum versammelt. So dass ich problemlos einen guten Aussichtspunkt ergattern kann.

Ich nehme mir ein Glas Sekt mit. Den brauche ich heute. Das Herz ist mir inzwischen in die Hose gerutscht. Ich schaue mir das heutige Publikum an. Bestimmt sind es zu neunzig Prozent männliche Gäste. Der Club beschäftig zwar auch männliche Tänzer aber doch verirren sich eher selten Frauen hier her. Die Gäste sind sehr niveauvoll und benehmen sich. Die Regeln im Club sind streng. Es ist untersagt die Tänzerinnen, Tänzer sowie alle weiteren Angestellten anzufassen. Und wer als zu betrunken erscheint wird sofort vor die Tür gesetzt. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt. Es gibt so gut wie nie irgendwelche Vorfälle. Durch den hohen Eintrittspreis überlegen es sich die Gäste bestimmt mehrfach ob es, es wohl wert ist gegen die Regeln zu verstoßen. Wer sich nicht dran hält, wird vom Sicherheitspersonal sofort des Clubs verwiesen und erhält lebenslang Hausverbot.

Geflirtet wird natürlich trotzdem auf Teufel komm raus. Und es ist auch schon vorgekommen, dass sich eine Tänzerin auf einen Gast eingelassen hat. Und es gibt auch bei uns sogenannte Separees, in dem es möglich ist eine private Vorführung zu buchen. Aber keine Tänzerin wird dazu gezwungen und die dazu bereit sind, dürfen frei entscheiden wie weit sie in diesem privateren Umfeld gehen möchte. Der Kunde zahlt für einen Tanz ohne Anfassen. Alles Weitere klärt er mit der Tänzerin persönlich vorab. Das sind die Regeln und das funktioniert seit Jahren einwandfrei.

Ich sitze kaum, da geht auch schon das Licht aus und es wird komplett still im Club.

Die ersten Takte des Songs Lady Marmelade ertönen. Das Schnippen erkennt sofort jeder im Club. Und einige im Publikum können bereits ihre Hände nicht mehr stillhalten. Auch mein Fuß wippt vom ersten Ton an mit. Ich liebe dieses Lied. Ich hätte es auch gewählt, wenn es nicht bereits Tattoos Stück wäre.

Sie hat mich gebeten sie bei der Planung ihrer neuen Nummer zu unterstützen. Da war noch lange nicht die Rede davon, dass ich heute hier tanzen würde. Und so tanzt Tattoo heute meine Nummer. Die Choreographie und das Outfit stammen ganz allein aus meiner Fantasie und ich freu mich sehr darüber, dass sie jeden Abend bei den Gästen so gut ankommt. Diese Resonanz hat mich darin beschränkt neben Tanzpädagogik auch einen Lehrgang zur Chorographie an der Tanzschule zu belegen. Auch meine heutige Nummer habe ich mir ganz allein ausgedacht. Der Manager weiß das und ich bin sehr gespannt wie er sie beurteilen wird.  
   
Der große Scheinwerfer wirft sein Licht nun auf den roten schweren Vorhang auf der Bühne. Ich kenne Tattoos Nummer natürlich in- und auswendig. Ich weiß was jetzt passiert. Ein Bein erscheint. Die Tänzerin trägt schwarze Riemchen High-Heels mit auffälligen Schnallen, die im Licht glitzern. Dazu eine schwarze Netzstrumpfhose und darüber noch zusätzlich schwarze Nylonstrümpfe die durch ebenfalls schwarze Straps Halter, die mittig an ihren gut definierten Oberschenkel enden, gehalten werden. Die Strumpfbänder sehen aus wie große Schleifen. Das ist der gewisse Niedlichkeitsfaktor den Tattoo mit ihrem Outfit erreichen möchte. Ihr Outfit ist komplett durchgedacht und wann sie welches Kleidungsstück abwirft ist genau auf die Musik abgestimmt. Nichts ist dem Zufall überlassen. 

Mit Mya´s ersten Solopart in dem Song erscheint zusätzlich zum Bein der Arm der Tänzerin hinter dem Vorhang. In ihrer Hand hält sie eine Reitgerte. Ihre Finger stecken in schwarzen Handschuhen, die bis zu ihren leicht muskelösen Oberarmen reichen.

Tattoo ist sportlich. Aber das muss sie auch sein als Tänzerin. Es ist ein Knochenjob. Ein Beruf, der viel Training und Disziplin benötigt. Aber ihrem Körper sieht man an, dass Tattoo beides beherzigt.

Die Finger und Handgelenkte glitzern. Der Schmuck ist auffällig und zieht durch das perfekte ausgerichtete Licht alle Blicke auf sich.

Auch wenn das hier ein Striptease Club ist, wird viel wert auf eine perfekte Show gelegt. Choreographie, Bühnen- und Lichttechnik ist alles perfekt abgestimmt, lange geplant und noch länger geprobt.

Es erscheint für das Publikum und für mich eine Ewigkeit zu dauern, in Wahrheit sind es nur weniger Sekunden bis wir Tattoo in ihrer vollen Pracht und Schönheit bewundern dürfen. Ihr wundervoller Hintern steckt in einer knall roten engen Satinshorts. Dazu passend trägt sie eine schwarz rote Corsage, die ihre perfekte Taille noch mehr unterstreicht und ihre Brüste zu einem wundervollen Dekolleté formt. Ihre blonden Locken stehen ihr wild vom Kopf ab und leuchten fast schon weiß im Licht des Scheinwerfers. Ihre unzähligen und wunderschönen Tattoos kann man in diesem Outfit allerdings nur erahnen. Das wird aber nicht lange so bleiben. Denn bereits jetzt schon beginnt Tattoo die ersten Kleidungsstücke passend zum Takt langsam abzustreifen.

Zum Klang der Musik bewegt Tattoo sich zum vorderen Bereich der Bühne. Dem Punkt um den sich der Großteil des männlichen Publikums versammelt hat. Tattoo liebt es den Männern so nah und doch so fern zu sein. Sie könnten die Hand nach ihr ausstrecken aber es passiert nicht.

Mit einem lauten Klatschen schellt die Gerte in ihrer Hand gegen Tattoos Oberschenkel. Jetzt hat sie wirklich die volle Aufmerksamkeit von jedem im Club. Schwungvoll wirft sie das Lederteil in den hinteren Bereich der Bühne.

Zuerst fällt der Schmuck zu Boden. Damit sind ihre Handgelenke frei. Mit den Zähnen zieht sie erst an dem einen Handschuh und lässt ihn zu Boden fallen und sie fackelt nicht lange und entledigt sich auch von dem zweiten.

Tattoo wendet mir den Rücken zu. Stellt sich breitbeinig hin. Beugt ihren Oberkörper nach vorn und mit einem schnellen Ruck zieht sie an den roten Hotpants und wirft sie davon. Darunter kommt ein knapper schwarzer spitzen Tanga unter der Netzstrumpfhose zum Vorschein.

Langsam aber passend zur Musik richtet sie sich wieder auf. Bewegt ihre Hüften von links nach rechts. Dreht sich zu ihrem Publikum und lächelt es lasziv an bevor sie sich grazil auf den Boden sinken lässt.

Ich spüre wie mein Atem immer schneller geht. Mein Herz lässt diese Show auch nicht kalt. Es schlägt immer schneller. Während ich Tattoo zu schauen muss das Gefühl von Nervosität einem anderen noch intensiveren Gefühl Platz machen. Tattoo wollte dem Publikum einheizen und das tut sie auch. Mich macht sie völlig heiß. Meine Hände sind feucht, mein Mund aber völlig trocken. Schnell trinke ich einen Schluck Sekt. Der Alkohol verstärkt meine Lust aber nur und bringt mir keine Linderung. Ich kann meine Augen von dieser wunderschönen Frau nicht abwenden. Eine Dame die alles verkörpert was ich liebe.

Ich weiß, dass ich Frauen stehe seit ich vierzehn bin. In meiner Clique war ich eine Nachzüglerin was Experimente mit dem anderen Geschlecht anbelangte. Aber sie interessierte mich damals halt schon nicht so wirklich. Um dazu zu gehören machte ich es meinen damaligen Freundinnen nur nach. Und verabredete mich mit Jungs in meinem Alter. Aber jeder Versuch etwas mit einem Jungen anzufangen scheiterte schon im Anfangsstadium jeder Beziehung. Ich hatte auch Sex mit Männern, aber jeder Matheunterricht bei Frau Jones hat mich mehr erregt als der Geschlechtsverkehr mit jedem Jungen. Frau Jones war eine Referendarin Mitte dreißig. Sie trug immer knall enge blaue Jeans in Overknees und dazu sehr enge Tops. Keine Wunder das ich nie gut in Mathe war. Ich war einfach zu abgelenkt. 

Tattoo streckt ihre langen Beine in die Höhe. Spreizt eins nach links und eines nach rechts und richtet sich gekonnt und elegant in einen Spagat auf. Zieht beide Beine an sich heran und entfernt die sexy High-Heels. 

Aus dem Nichts erscheint, hinter Tattoo, ein Stuhl auf der Bühne.

Ich weiß natürlich, dass der Stuhl von einem Mitarbeiter des Clubs möglichst unauffällig dort platziert wurde. Da jedoch alle Augen auf die Tänzerin gerichtet sind, hat das kaum einer mitbekommen. Ich auch nicht. Ich bin völlig abgelenkt von Tattoo und ihrer Show.

Tattoo habe ich vor einigen Jahren zufällig in einem anderen Club kennengelernt. Ich verliebte mich sofort in diese Frau und bin es auch heute noch. Wir kamen damals zufällig ins Gespräch. Gelaufen ist das bis heute jedoch rein gar nichts. Tattoo denkt, dass ich auf Männer stehe und versucht auch unermüdlich mich zu verkoppeln. Ich habe große Angst davor, was passiert, wenn sie eines Tages herausfindet, was ich wirklich empfinde. Zum Schein treffe ich mich mit allen ihren Kandidaten. Auch für heute nach der Show hat sie wieder ein Date für uns vereinbart. Aber ich werde wieder nur Augen für sie haben.

Grazil wie eine Katze kommt Tattoo wieder auf ihre Füße. Zieht sich schwungvoll den Stuhl heran und positioniert einen Fuß darauf. Langsam aber sexy öffent sie die Straps Halter und streift Strumpfband und Nylons ab und wirft sie in den hinteren Bereich der Bühne. Tattoo fackelt nicht lange und macht das selbe mit dem anderen Bein.

Mit einem leichten Tritt schiebt Tattoo den Stuhl von sich weg. Dreht sich erneut mit dem Rücken zu mir und beugt sich nach vorn, in einer gleichzeitig fließenden Bewegung streift sie die Strapse und Netzstrumpfhose über ihren Po, über ihr Beine bis zu ihren Knöcheln und kickt beides weg.

Die Show ist kurz vor ihrem Höhepunkt. Die Luft im Club ist leicht stickig. Durch den nun noch einsetzenden Nebel wird dies noch verstärkt. Kurze Zeit ist Tattoo völlig im Rauch verschwunden. Als dieser sich langsam wieder lichtet, steht die Tänzerin vorne am Bühnenrand und hält sie geöffnete Corsage vor ihrer Brust nur noch mit ihren zwei Händen fest. Die Männer grölen und feuern Tattoo an das Stück Stoff endlich weg zu werfen. Sie lässt sich wirklich nicht lange bitten und lässt sie zu Boden fallen. Das Publikum springt auf und johlt noch lauter.

Tattoo tanzt. Bewegt sich im Rhythmus der Musik ausschließlich bekleidet mit dem schwarzen spitzen Tanga. Sie springt. Dreht Pirouetten. Reißt die Arme in Höhe. Lässt lasziv ihre Hüften kreisen. Ihr Blick dabei ist sexy. Ihre Augen glänzen und strahlen. Sie hat Spaß dabei, das ist nicht zu übersehen. Ihr Mund bewegt sich zum Text, wenn ihre Zunge nicht gerade ihre Lippen befeuchtet. Ihre Hände streicheln ihren Körper. Wuscheln durch ihre blonden Locken. Sie ist wild, jeder in diesem Raum findet sie unwiderstehlich.

Jede Frau im Club will sie sein in diesem Moment und jeder Mann möchte sie die seine nennen können. Tattoo ist das Objekt der Begierde. Keine Tänzerin in diesem Club erschafft diese Atmosphäre so wie Tattoo es tut. 

Ich bin nicht eifersüchtig auf meine gute Freundin. Nein. Ganz und gar nicht. Sie spornt mich an. Ich weiß, dass sie auch für mich tanzt in diesem Moment. Sie heizt die Menge heute noch mehr an als sonst und das tut sie für mich.

Das Licht der Scheinwerfer sorgt zusätzlich zu ihrer spärlichen Kleidung, dass man nun einen uneingeschränkten Blick auf Tattoos wunderschöne Körperbilder hat. Jedes einzelne Kunstwerk sieht nicht nur wunderschön aus, sondern hat auch seine ganz persönliche und intime Bedeutung. Manche hat mir meine Freundin verraten aber andere sind so privat und auch schmerzlich das Tattoo nicht darüber sprechen möchte. Diese verletzliche Seite zeigt sie nicht jedem. Und das Tattoo sie mir offenbart hat, macht mich stolz und glücklich. Und sorgt dafür, dass ich sie noch etwas mehr liebe.

Zum Schluss der Nummer wird es langsam dunkler im Club. Tattoo tanzt im hinteren Teil der Bühne. Es folgt der Moment, auf den vor allem das männlich Publikum die letzten viereinhalb Minuten drauf gewartet hat. Mit einer letzten Drehung dreht sich die Tänzerin zum roten Vorhang herum. Bückt sich und zieht in einer fließenden Bewegung den kleinen spitzen Tanga mit zu Boden. Langsam richtet sie sich wieder auf. Wirft einen koketten Blick über ihre Schulter und zwinkert uns allen zu. Mit den Händen verschränkt vor ihrer nackten Weiblichkeit dreht sich langsam herum und lacht. 

Tattoo weiß genau welche Fantasien sie in den Köpfen des Publikums auslöst und sie genießt diesen Rausch der Gefühle. Sie genießt und braucht diese Bestätigung. Sie spielt gekonnt mit den Gelüsten der Schaulustigen. Und sie zögert diese heißesten und meist ersehnten Punkt ihrer Nummer bis ganz zum Schluss heraus.

Die Tänzerin wirft die Hände in die Höhe und nur einen sekundenbruchteil später wird es dunkel im Club. Kurz herrscht absolute Stille im Raum. Man könnte eine Stecknadel zu Boden fallen hören. 

Als das Licht wieder angeht ist der Tanz endgültig vorbei. Das Publikum johlt und brüllt. Einige verlangen eine Zugabe. Die Scheine fliegen auf die Bühne. Tattoo steht da. Mit zwei großen Feder bedeckt sie etwas von ihrem makellosen perfekt bunt verzierten Körper. Tattoo, wie sie tanzt, ist für mich der Inbegriff von Schönheit. Damit hat sie mir jeden Zweifel genommen. Ich kann das auch. Ich will das auch. Ich stehe auf und gehe zu den Umkleiden, während Tattoo die Bühne verlässt mit dem selbem Ziel. Ich bin bereit. Ich tanze für Tattoo, auch wenn sie es vielleicht nicht weiß.

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