Sonntag, 11. Juni 2023

Rezension zu Wenn wir Sternen wären von Josephine Cantrell

 


Allgemeines:
Format: Taschenbuch
Erscheint am 13. Juni 2023
bei Tinte & Feder
Seiten der Printausgabe: 397
Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt durch die Autorin

Die Autorin:
Josephine Cantrell lebt in Baden-Württemberg. Von Beruf ist sie Psychologin M.Sc. und Heilerziehungspflegerin.
Sie liebt Geschichten, denen es gelingt, schwere Themen leicht zu verpacken und viele Facetten des Lebens einzufangen. Nachdem sie ihre ersten Bücher im Selbstverlag veröffentlicht hat, erschien ihr Roman "Als der Sommer verschwand" bei Tinte & Feder. Er kletterte auf den ersten Platz der Kindle-Bestsellerliste und schaffte es sogar auf den ersten Platz der BILD-Bestsellerliste. Auch ihr zweiter Roman "Als die Tage leiser wurden" wurde zum Bestseller. Es folgten der berührende Irland-Roman "Als der Wind die Wellen rief" sowie im Juni 2023 "Wenn wir Sterne wären". 

Wenn sie nicht schreibt, ist sie am liebsten mit Mann & Hund in der Natur unterwegs. Sie liebt Bücher, Wälder, Kaffee und die wilde Atlantikküste - außerdem schlägt ihr Herz für Musik. Lieblingslieder hört sie in Endlosschleife und für Konzerte tingelt sie durch die ganze Welt.

Worum geht es:
Eine junge Frau auf den Spuren ihrer Vergangenheit im malerischen Irland, zwischen Liebe, einem emotionalen Abschied und neuer Hoffnung

Vergessene Gefühle und alte Geheimnisse …

Es ist Sommer, als Lilian nach Carraig zurückkehrt, in den malerischen Ort inmitten des irischen Hügellands, wo sie ihre Kindheit verbracht hat. Sie ist gekommen, um ihre geliebte Tante Violet in deren letzten Wochen zu begleiten. Die Zeit mit Violet ist kostbar und das Leben gewinnt eine neue, nie gekannte Intensität. Als sie Tiernan wiedertrifft, ihren ehemals besten Freund und Seelenverwandten, brechen alte Wunden auf. Nach einem schlimmen Unfall hat er den Kontakt zu ihr abgebrochen – bis heute weiß sie nicht, warum. Endlich kann Lilian ihm all ihre Fragen stellen. Doch es ist Violet, die das größte Geheimnis enthüllt …

Meine Meinung:
Endlich ein neues Buch von Josephine Cantrell. Kaum eine Autorin schafft es so wie Josephine mich emotional so zu catchen. Und auch dieses Buch war wieder eine emotionale Achterbahnfahrt. Ich habe bisher jedes Buch von Josephine geliebt, dementsprechend waren meine Erwartungen sehr hoch und was soll ich sagen, meine Erwartungen wurden wieder einmal übertroffen.

Der Klappentext sagt es bereits und trotzdem möchte ich an dieser Stelle gerne noch zusätzlich eine Triggerwarnung aussprechen. Zum Thema Krebs und Verlust einer nahen Angehörigen an dieser wirklich miesen Krankheit.

Erwartet man aber nun eine schwere schwarze Geschichte, möchte ich dieses unbedingt verneinen. Diese Geschichte schenkt auch Hoffnung und mir persönlich hat es noch so viel mehr gegeben.

Ich habe im Oktober 2015 meine Mutter an diese heimtückische Krankheit verloren. Ich konnte sehr mit Lily mitfühlen und aber auch beim lesen etwas mehr diesen Schicksalsschlag verarbeiten. Ich fühlte mich irgendwie verstanden und irgendwie weniger allein mit meinem Verlust. Ich bin dankbar für diese Geschichte. Ich fühle mich und mein Herz irgendwie etwas geheilter nach dem ich das Buch beendet hatte. 

Josy versteht es zudem kaum wie eine andere die Atmosphäre und die Landschaft Irlands in Worte zu fassen. Ich fühlte mich wie angekommen auf der Insel und einfach nur warm und herrlich umarmt. Einfach sehr schön.

Die Second Chance Story von Lily und Tiernan hatte für mich genau das richtige Tempo. Ob ich wie Lily gehandelt hätte und ihre Entscheidung nachvollziehen konnte sei mal dahingestellt aber ich liebte es einfach diese Entwicklung zu lesen und fand es schlicht schön. Und ich wünschte mir einfach ein bisschen mehr so wie Lily empfinden und heilen zu können.

Der Autorin ist auf jeden Fall gelungen nicht nur eine schöne Atmosphäre zu schaffen, sonder auch Figuren mit den man mitfühlen, mitleiden und sich mitfreuen konnte und bei denen es fast unmöglich ist, sie nicht gern zu haben.

Zum Schluss noch ein Tipp: Taschentücher sind wahrscheinlich unumgänglich beim Genuss dieses Buches.

Eine absolute Lese Empfehlung und ich vergebe aus ganzem Herzen und sehr gerne 5 Sterne.




Mittwoch, 7. Juni 2023

Rezension zu Die Wärme die wir teilen von Phillippa Penn

 

Allgemeines:
Format: Taschenbuch
Erschienen am 08. Dezember 2022
im Selfpublishing
Seiten der Printausgabe:116
Selbstgekauft

Worum geht es:
"Was glaubst du? Warum kommen die Leute zum Glühweinstand?" "Um sich zu betrinken?" "Nein. Sie kommen, um sich zu wärmen." Es ist nicht der Traum. Aber es ist schon in Ordnung. Seit der Druck in ihrem früheren Job zu groß wurde, hält sich die 25-jährige Luzia als Putzfrau über Wasser. Mit ihrer ehrgeizigen Mutter liegt sie im Streit und von ihren Freundinnen hört sie nichts mehr, also stellt sie sich auf ein einsames Weihnachten ein. Dann begegnet ihr Phil. Er führt pflichtbewusst den Stand seiner Familie auf dem Weihnachtsmarkt weiter, obwohl ihn das Schaustellerleben so gar nicht in Festtagslaune bringt. In einer verschneiten Dezembernacht funkt es zwischen Luzia und Phil. Sie spüren, dass sie einander etwas geben können, das ihnen gerade schmerzlich fehlt. Doch reichen ihre Gefühle aus, um warm durch den Winter zu kommen?
 
Die Autorin:
Phillippa Penn bewohnt mit ihrem Mann ein Blockhaus, in dem es zur Weihnachtszeit besonders gemütlich zugeht. Wenn sie nicht gerade Kekse backt oder nach neuen Positionen für den Mistelzweig sucht, findet man sie mit einer Tasse Kaffee am Schreibtisch. Schon zwei Jugendbücher hat sie sich dort von der Seele geschrieben. Mit "Die Wärme, die wir teilen" veröffentlicht sie ihren ersten romantischen Kurzroman für junge Erwachsene.

Meine Meinung:
Die Wärme die wir teilen spielt im Winter auf dem Weihnachtsmarkt, aber das Buch kann man auch sehr gut im Frühling und Sommer lesen, dass kann ich auf jeden Fall bestätigen. Und vielleicht habe ich einen großen Faibel für Weihnachten.

In der Geschichte geht es um Luzia die stark geprägt ist durch ihre vorherige Beziehung und ihrem alten Leben, Job und ihrer Familie insbesondere ihrer Mutter, den Rücken zugewandt hat. Luzia trifft auf Phil, ein junger Mann der sich seiner Familie verpflichtet fühlt und als Schausteller auf Märkte, wie dem Weihnachtsmarkt, arbeitet. Und genau dort treffen Luzia und Phil zufällig aufeinander.
 
Diese Geschichte lebt durch ihre Figuren, Haupt- wie auch Nebenfiguren. Insbesondere Luzias Arbeitskollegen und dessen Mitbewohnerin sind mir sehr ans Herz wachsen. Wundervolle diverse und tiefgründigen Figuren, die ich mir persönlich in jeder Geschichte wünschen würde.
Weitere Kleinigkeit wie die vegane Milch im Kühlschrank, Barrierefreiheit auf dem Weihnachtsmarkt, Homesexualität, Heterosexualität und Co wie selbstverständlich in diese Geschichte hineingeflossen sind, fand ich einfach wundervoll und habe mich strahlen und mein Herz hüpfen lassen.
 
Ich lese eher selten Kurz-Romane und das hier ist natürlich einer. Aber ich brauchte auch etwas kurzweiliges in diesem Moment. Für einen Kurz-Roman hat die Entwicklung der Figuren natürlich die perfekte Länge und die Geschichte hat auch alles was sie braucht. Aber trotz der knappen 166 Seite, habe ich einige Abende für die Geschichte gebraucht. Es hat mir das Quäntchen mehr Sogwirkung gefehlt für ein absolutes Highlight Buch. Aber Die Wärme die wir teilen ist nur ganz knapp daran vorbei geschlittert.
 
Mir hat der Schreibstil gefallen und insbesondere die tollen lebhaften und sehr sympathischen Figuren. Vergebe aus ganzen Herzen und mit viel Liebe 4 Sterne.