Freitag, 18. September 2015

[Urban Life in Hamburg] Impressionen einer Großstadt namens Hamburg

Die St. Nikolai Kirche !!!   


30. April 2002

Langsam tragen mich meine Füße entlang der stark befahrenen Ost – West – Straße. Der dumpfe Donner der Maschinen der modernen Technik, über tönt die sanften Laute meiner Atmung. Durch das spärliche grün der Baumkronen, erblicke in die goldene Spitze einer Kirche am Horizont, wie sie langsam in den Himmel wächst. Während meine Füße mich des Weges weiter tragen, um spielt eine sanfte Brise des Windes mein Gesicht. Das Antlitz der wenigen Grünflächen, wird durch den Müll der heutigen Zeit zerstört. Meine seichten Schritte tragen mich über ein Monument der Zeit, eine Brücke aus dem Jahre 1959. Ich verharre einen Moment und blicke auf das fast stille, sehr trübe Kanalwasser.
Nach wenigen Schritten des Wanderns, erstrecken sich vor mir, in ihrer ganzen schwarzen Grausamkeit die Überreste der St. Nikolai Kirche. Das dunkle hohe Bauwerk der Alten Zeit wirkt zwischen den Gebäuden des Jahres 2002 wie eine einzelne Palme in der Wüste. In mir erwacht ein schwermütiges Gefühl, während ich am Fuße der Kirche stehen und meine Augen über das Mauerwerk des dunklen Glockenturms schweifen lasse. Vor nicht all zur langer Zeit, stand dieses heilige Bauwerk noch in ihrer vollendeten Pracht und Schönheit da.
Was fühlten damals die Menschen als sie vor dieser Stätte des Christentums standen? Sie fühlten nicht dieselbe Trauer die ich verspüre. Welch ein entsetzen mußten die Menschen ertragen, als sie sahen wie der Ort des Friedens, der Gnade, der Vergebung und der Gemeinschaft in der Gewalt der explosiven Flammen erbarmungslos zerbrach? Wenn ich dieses Bild des Schreckens in meinen Geiste zum leben erwecke, spüre ich wie das Flammenmeer mein Herz verzerrt. Es erfühlt mich mit tiefer Trauer zu sehen wie die vergangene Pracht der einst so schönen St. Nikolai Kirche durch Menschenhand geschaffenes in Momenten puren Hasses in wenigen Augenblicken für die Ewigkeit den Glanz von diesem Ort verbannt wurde. Was zurück bleibt ist ein Ort der Vernichtung.
Ich stehe in der Mitte eines Platzes, der damals der Raum der Gläubigen war, von wo aus sie ihre Nöten und Bitten an Gott richteten und auf Antwort hofften. Wenn ich meinen Blick empor richte, sehe ich den glanzlosen Himmel, anstand einer prunkvollen verzierten Kirchendecke.
Mich überschattet ein Gefühl von Hilflosigkeit, Trauer und auch ein wenig Wut während ich meine Blicke wandern lasse entlang dieses Mahnmals.
Langsam siegt die Nacht über den Tag, nun wird die Kirche von künstlichem Neonlicht teilweise erhellt und ich spüre wie die Kälte in mir empor steigt. Umhüllt von der Dunkelheit der späten Abend Stund` hinterläßt das Mahnmal des Krieges ein Gefühl von Angst in mir aufkommen, das der Schrecken der Vergangenheit die Zukunft von Morgen werden könnte.
Ich verlasse zögernd mit schweren Schritten diesen Ort, in meinen Geiste das friedvolle Bild der St. Nikolai Kirche und vor meinen Augen die kalte bittere Realität. Das Gefühl der Ratlosigkeit kommt in mir auf. Dieses Gefühl hielt mich leicht zurück den Ort der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft den Rücken zukehren, ich schreite nun schweren Herzens den Weg den ich gekommen bin zurück.
Ein letztes wende ich mich der Kirche zu und mein Blick trifft auf den schwarzen Glockenturm. Ich spüre wie das Gefühl der Traurigkeit noch stärker wird. Langsam schaue ich zu Boden, sehe nun vor mir den kalten Steinfußboden. In meinen Gedanken bildet sich eine Frage. Mußte das alles passieren? Warum nur?
Ohne Blick wieder zu heben, drehe ich mich um und trete meinen Weg nach Hause an.   


  Inspiriert von der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft

  


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